Art & Design

November 15, 2017

Das sind die besten Arbeiten der diesjährigen Paris Photo

Dabei sind unter anderem Fotos von neuen Talenten und von Instagram-Künstlern

  • Von Jonathan McAloon

Jedes Jahr wird der Pariser Grand Palais für ein Wochenende zur größten Fotografie-Messe der Welt. Hier treffen sich Galeristen, Händler und Käufer, die um Fotografien von Modernisten wie Man Ray und von den neuesten Instagram-Entdeckungen feilschen. Wir stellen euch die Highlights der 21. Ausgabe der Paris Photo vor.

Lise Sarfati

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Lise Sarfati, Oh Man, 2013 © Lise Sarfati. Œuvre exposée par: STEIDL

Die französische Fotografin ist jahrzehntelang durch die Welt gereist und hat dabei das Wesen der verschiedenen Städte und der jungen Leute, die dort leben, eingefangen. Auch ihre Motive sind Reisende und Weltenbummler, die für immer in dem Moment festgehalten sind, in dem sie nicht nur ihre Umgebung sondern auch sich selbst erkunden.  

Romain Mader

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Romain Mader, Publicité #1 – série Ekaterina. 2012 © Courtesy Galerie Dix9 Hélène Lacharmoise. 123 x 154 cm. inkjet print. Œuvre exposée par : DIX9 – HÉLÈNE LACHARMOISE

Auf einer Messe voller ernster Werke haben Romain Maders Arbeiten die Besucher zum Lachen gebracht. Der Schweizer Fotograf dokumentiert eine fiktive Suche nach Liebe in der erfundenen ukrainischen Stadt Ekaterina, wo er unbeholfen neben verwunderten Frauen posiert, oder verschwommen am Rand der Bilder zu erkennen ist, als würde er seine eigenen Schnappschüsse fotobomben. Es ist auch ein wenig Pathos dabei und ein ironischer Blick auf den Male Gaze.

Rinko Kawauchi

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Rinko Kawauchi, Untitled, from the series ‚Hanabi‘, 2001 © Rinko Kawauchi / Courtesy Christophe Guye Galerie. Œuvre exposée par: CHRISTOPHE GUYE

Als diese japanische Fotografin Anfang des Jahrtausends zuerst entdeckt wurde, schienen ihre magischen Feuerwerks-Kaskaden und die sanften, ultramarinblauen Baumkronen die heutige wehmütige, extrem gefilterte digitale Bilder-Landschaft vorauszusehen. Und doch haben wir in ihren letzten Ausstellungen Einblicke in Welten bekommen, die wir zwar meinen, flüchtig erblickt zu haben, aber nicht wirklich gesehen haben. Ultraviolette Blüten, Vulkane mit Irokesen-artigen Flammen; natürliche und von Menschenhand erschaffene Dinge mit einer komplett neuen, fantasievollen Geschichte dahinter.  

Omar Victor Diop

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Omar Victor Diop, Free Breakfast Programme, 1969. 2017 © Omar Victor Diop. 80 x 109 cm. Impression jet d’encre sur papier Hahnemühle. Œuvre exposée par: MAGNIN-A

Für seine Serie Diaspora hat der senegalesische Fotograf eine Chronologie des schwarzen Protests durch die Jahrzehnte hinweg erstellt und sich selbst in Szenen aus dem Jamaika des 18. Jahrhunderts bis zum Südafrika der 70er Jahre platziert. Die Bilder, die gleichzeitig prunkvoll und trotzig sind, sind perfekt zusammengestellt und erinnern ein wenig an den Stil niederländischer Stillleben des 17. Jahrhunderts.  

Katrin Koenning

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Forest #1 (Glow), from the series Astres Noirs. Katrin Koenning. 2015.© Courtesy the Artist /East Wing. 30 x 30 cm. Archival Pigment Print. Œuvre exposée par: EAST WING

Der Stand im Ostflügel der Galerie erstrahlt förmlich im Glanz von Katrin Koennings Arbeiten. Es geht darin um Licht-Körper: Licht, das Gegenstände erleuchtet, aber auch menschliche Formen, die Licht ausstrahlen. Die Bilder wirken wie verzaubert, werden aber tatsächlich nur mit Hilfe eines iPhones gemacht. Alec Soth, dessen Arbeiten ebenfalls auf der Messe zu sehen sind, hat das österreichisch-deutsche Talent als einen seiner Lieblings-Künstler von Instagram beschrieben.   

Evangelia Kranioti

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Evangelia Kranioti, L’Extase doit être oubliée (Still). 2016. © Courtesy Evangelia Kranioti et galerie Sator. Vidéo. Œuvre exposée par: SATOR

Versteckt im Mastkorb der Messe liegt die Arbeit der preisgekrönten griechischen Künstlerin, das die Geschichte des dekadenten Rios erzählt. Transgender-Sex-Arbeiter und gezeichnete Figuren sind entweder glamourös dargestellt oder als Außenseiter in Straßenecken, doch sie sind immer wunderschön. Ausgestellt werden sie im Dunkeln und haben so den Charakter neonfarbener Caravaggios.   

Paul M. Schneggenburger 

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Paul M. Schneggenburger, The Sleep of the Beloved. 2010 © Courtesy Galerie Johannes Faber. 80x65cm. Archival pigment print. Œuvre exposée par: JOHANNES FABER

Dieser niederländische Fotograf erforscht in seiner gefeierten Fotoserie The Sleep of the Beloved, wie Liebespaare sich selbst in der Verletzlichkeit ihres Schlafs ausdrücken. Diese Timelapse-Bilder, die über einen Zeitraum von sechs Stunden in der Nacht aufgenommen wurden, sind vergänglich und zärtlich. Die Silhouetten der Paare, die aneinander gekuschelt und miteinander verschlungen sind, sehen aus wie Zigarettenrauch.

Leila Alaoui

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Leila Alaoui, Natreen. 2013 © Courtesy Association Leila Alaoui & GALLERIA CONTINUA, San Gimignano / Beijing / Les Moulins / Habana. 100 x 150 cm. Lambda print. Œuvre exposée par: CONTINUA

Es ist fast zwei Jahre her, seit die französisch-marokkanische Fotojournalistin in Burkina Faso von Dschihadisten getötet wurde. Sie hat damals an einem Projekt von Amnesty International gearbeitet und war erst 33 Jahre alt. Einige ihrer dramatischen und einfühlsamen Porträts von Marokkanern (die traditionellerweise eher nicht fotografiert werden wollen) werden auf der Photo Paris ausgestellt.

Credits:

Text: Jonathan McAloon

Credits:
Hauptbild: Rinko Kawauchi, Untitled, from the series ‘Hanabi’, 2001 © Rinko Kawauchi / Courtesy Christophe Guye Galerie. Œuvre exposée par : CHRISTOPHE GUYE

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