Life & Style

Dezember 13, 2017

Diese Fotos zeigen Prince, bevor er zum Weltstar wurde

Der Fotograf Robert Whitman erzählt von dem Shooting mit der verstorbenen Musiklegende

  • Von Amuse Team
  • Fotos Robert Whitman

Es fällt schwer, sich vorzustellen, wie Prince wohl gewesen ist, als er noch nicht weltberühmt war: einen Prince, der seine Wäsche selbst gewaschen hat und auch einen Nachnamen brauchte. Doch Prince ist schon immer eine Ikone gewesen, und die Fotos, die jetzt exklusiv in einem diese Woche neu veröffentlichten Buch zu sehen sind, beweisen das einmal mehr.

1977 war Prince Rogers Nelson ein lokaler Musiker aus Minneapolis, der das Interesse der Musikagenten Owen Husney und Gary Levinson geweckt hatte. Sie suchten also den Fotografen Robert Whitman in seiner Wohnung auf und spielten ihm die Demo von Soft and Wet auf ihrer Auto-Stereoanlage vor – mehr Überzeugungskraft brauchte es nicht, um Whitman dazu zu überreden, eine Auswahl an Pressefotos von dem aufstrebenden Star aufzunehmen.

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Jedem Prince-Fan wird beim Anblick der persönlichen Bilder, die auf der Straße und im Studio entstanden sind, warm ums Herz werden. Zu sehen ist ein junger und liebenswert verletzlicher Prince, bei dem aber dennoch ganz klar bereits sein charakteristischer Star-Appeal durchscheint. Es gibt Nahaufnahmen, Outtakes und sogar seltene Bilder von einem lächelnden Prince.  

Das Buch verspricht eine Erkundung des “Narrativs, der Struktur und der Geschichte des verstorbenen ikonischen Stars.” In der Einleitung ist außerdem ein Essay von Spike Lee zu lesen. Insgesamt gibt es nur 1.200 Exemplare von dem Buch, wovon 100 exklusiv von Robert Whitman nummeriert und unterschrieben sind und einen limitierten Silbergelatineabzug beinhalten. Die restlichen 1.100 Bücher sind ebenfalls von Whitman signiert.  

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Wie ist es dazu gekommen, dass du Prince fotografiert hast?
Meine beiden Schulfreunde, die ihn entdeckt hatten, haben mich damals engagiert. Sie wurden seine Manager und haben ihm dazu verholfen, kurz nach unserem Shooting bei Warner Bros unter Vertrag genommen zu werden. Sie haben mich gebeten, ein paar Fotos für seine Pressemappe zu schießen und ich war ein junger Fotograf, der am Anfang seiner Karriere stand und damals viele Bands fotografiert hat.

Was war dein Eindruck, als du ihn kennengelernt hast?
Ich bin auf Einladung meiner Freunde und seiner Manager ins Tonstudio in Minneapolis gekommen. Er hat alle Instrumente selbst gespielt. Es war unglaublich, das hautnah zu erleben. Er war bereits damals ein fantastischer Künstler und sehr ruhig und zurückhaltend. Er hat die Musik für sich sprechen lassen.

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Und wie war er als Fotomodell?
Er war schüchtern. Ich war verrückt! Er war meinen Vorschlägen gegenüber sehr offen, und ich war seinen gegenüber ebenfalls offen. Es war eine tolle Zusammenarbeit. Wir waren damals beide sehr locker drauf. Das war noch, bevor alles losging und wenn ich heute darauf zurückblicke, würde ich auch sagen, dass es damals einfacher war. Ich kann aber mit Sicherheit sagen, dass ich heute mit keinem Künstler, der am Anfang seiner Karriere steht, auch nur annähernd ähnliche Ergebnisse bekommen würde.

Erinnerst du dich an eine Sache vom Shoot besonders gerne?
Wir waren in meinem Atelier und haben stundenlang fotografiert, als Prince einfach sein Shirt auszog und sagte: “Lass’ uns was anderes mit Strasssteinen ausprobieren”. Wir hatten damals weder einen Stylisten noch Accessoires oder eine Auswahl an Klamotten. Es hörte sich nach einer tollen Idee an, mal etwas anderes zu versuchen, als die normalen Studio-Shootings. Ich habe also mit einem Sternfilter und direktem Blitz gearbeitet, und auch heute nach all diesen Jahren sind die Fotos immer noch beeindruckend.

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Hast du ihn später nochmal getroffen oder fotografiert? Falls ja, wie war es?
Wir haben tatsächlich nur dieses eine Mal zusammengearbeitet. Unsere Wege sind in unterschiedliche Richtungen verlaufen. Ich bin viel gereist, er wurde zum Weltstar. Einige Jahre später, als ich am Flughafen LaGuardia gerade am Münztelefon war, lief Prince an mir vorbei und sagte laut “Whitman, wie geht’s dir?” Innerhalb einer Minute war ich von Fans umgeben, die alle wissen wollten, ob das wirklich Prince war und ob sie wohl ein Autogramm bekommen könnten.

Prince Pre Fame ist für ca. 115 Euro (limitierte Auflage) oder für ca. 625 Euro (streng limitierte Auflage) über die Vero App verfügbar.  

Credits:

Text: Amuse Team
Fotos: Robert Whitman

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