Travel

Dezember 21, 2017

So entdeckt ihr das echte Hawaii

Wir verraten euch, welche Orte ihr im lebendigsten Viertel der Stadt unbedingt besuchen solltet

  • Von Iona Goulder
  • Fotos Rosie Matheson 

Die Stadtgebiete Downtown, Chinatown und Kakaako in Honolulu sind diese besondere großstädtische Mischung aus Jahrzehnte alten, lokalen Communities, neuen Galerien und einer blühenden Szene voller Bars, Restaurants und Läden. Honolulu ist eine bekanntermaßen teure und schwierige Stadt für junge Kreative, aber in Downtown leben lokale Kreative, die in den Bereichen Musik, Gastronomie, Mode und Kunst tätig sind.

Die Szene in Downtown hat ihren Ursprung bei Jasper Wong, einem Einheimischen mit chinesischer Abstammung, der vor über zehn Jahren das Street Art-Kollektiv Pow! Wow! ins Leben gerufen hat. „Ich bin in Chinatown aufgewachsen, ich bin Chinese zweiter Generation und meine Mutter hat hier Bäckereien betrieben“, erzählt Wong. Chinatown begann sich mit dem „art walk“ zu verändern, einer monatlichen Tour durch all die Studios der lokalen Künstler aus der Gegend. „Damals gab es hier überall Galerien, weil die Mieten so niedrig waren. Am ersten Freitag im Monat stand dieser Ort also im Rampenlicht.“ Jetzt aber ist der art walk eher zu einer Trink-Meile geworden, weil die Vermieter ihre Räume nun lieber an Bars und Restaurants statt an Galerien vermieten.

Nachdem Wong Hawaii für Aufenthalte in Portland, der Bay Area, Tokio und Hongkong verlassen hat, kam er wieder zurück und entschied, etwas für die Gegend zu tun, in der er aufgewachsen war – sowohl für die Einwohner als auch um Besucher aus aller Welt anzulocken. „Ich wollte die Nachbarschaft verschönern, die Leute durch Kunst zusammenbringen und Menschen aus aller Welt nach Honolulu einfliegen lassen. Ich entschied, dass das am einfachsten gehen würde, wenn wir Kunst an öffentlichen Räumen anbringen würden“, erklärt er.   

Wong begann also, die leeren, heruntergekommenen Lagerhäuser und Gebäude zu seinen Leinwänden zu machen, um darauf die Arbeiten lokaler und internationaler Talente zu zeigen. Lauft die Cooke Street runter und ihr werdet die fast außerirdisch wirkenden Taucher von Kamea Hadar, der Mitbegründerin von Pow! Wow!, sehen, und auch ein Wandgemälde des Künstlers Rone, der als „Gesicht von Kakaako“ bekannt ist. Außerdem gibt es auch Arbeiten von The Draculas und dem lokalen Künstler Katch1 an der Ecke von Cooke/Pokuhaina. Das Gesicht der Künstlerin Michelle Tanguay aus Detroit ist ein weiteres Highlight in Downtown, und das ikonische Wandgemälde des Londoners Shok-1, das wie ein Röntgenbild aussieht, findet sich an der Tür der Lana Lane Studios.

Während Pow! Wow! Jahr für Jahr neue Kunst auf die Straßen bringt, sind es die einheimischen jungen Hawaiianer, die in den Bereichen Essen, Mode und Musik arbeiten, die diesen lebhaften Ort zu dem machen, was er heute ist. Startet eure Tour im neuen Salt Project in Kakaako, das in seinem Programm neues hawaiianisches Essen in der Moku Kitchen, Events und Straßenfeiern vereint. Die Jungs und Cocktail-Experten Tom und Justin Park machen aus Hawaiis Faszination mit der Happy Hour ein echtes Event, und zwar in der Bar Lea the Apron – einem Ort, der typischen Whiskey-Kneipen aus Tokio nachempfunden wurde.

Geht auf jeden Fall auch in Brendan Reeds Manifest, ein ehemaliges Café, das heute eine Galerie ist, und checkt aus, was das Team vom Bamp Project geplant hat. Auf ihren Partys legen lokale und internationale Dj-Acts auf und sie arbeiten regelmäßig mit Alex Kamm zusammen, dem Besitzer des verrücktesten Nachtclubs auf Hawaii, The Republik. Mode-Fans kommen bei In4mation, Kicks und Fitted auf ihre Kosten, wo es Teile von lokalen und internationalen Marken gibt.

Die Verschmelzung von Alt und Neu ist sowohl in der Kultur als auch in den Gebäuden um einen herum zu erkennen. Tagsüber trifft man die chinesischen, japanischen und philippinischen Communities, die seit Jahrzehnten hier leben, abends hingegen kommen hier die jungen hawaiianischen und LGBTQ Communities zusammen. Ihr solltet Hawaii nicht verlassen, ohne diesen Teil der Stadt erkundet zu haben – es ist einer der wenigen Orte, an dem man den Touristenmassen entgehen kann und ein Gefühl dafür bekommt, was die hawaiianische Jugendkultur zu bieten hat.

Credits:

Text: Iona Goulder
Fotos: Rosie Matheson

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