Art & Design

Oktober 13, 2016

In Specter Berlins neuem Film trifft Surrealismus auf den neuen Mercedes-Benz

Der neue Kurzfilm des Regisseurs mit der neuen S-Klasse in einer der Hauptrollen wird in euer Unterbewusstsein dringen und euer ursprüngliches Ich hervorrufen

Welcome to Farewell: A Blind Man’s Poem ist ein epischer und intensiver Tauchgang in die dunkelsten Winkel von Specter Berlins Seele. In etwas mehr als sieben Minuten stellt er unsere Vorstellung darüber, wie ein Film über ein Auto aussehen sollte, völlig auf den Kopf. Vertieft in eine Welt der Gegensätzen rasen wir von goldenem Luxus zur heidnischen Symbolik; von japanischen Kirschblütenfeldern zu ausgedehnten Stadtlandschaften.

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Der Zuschauer wird hier zum Voyeur – wir folgen einem blinden Mann und leihen ihm unser Augenlicht, während er gemächlich durch extrem visuelle Kulissen schlendert. Eine verzerrte, dunkle Stimme rezitiert Gedichte von Johannes Finke und die zerstreuten Synth-Klänge von Hell Yes lassen einen stählernen Soundtrack entstehen. Specter reizt die Grenzen der Werbung aus, verschiebt sie spielerisch und befreit die Brustwarzen.

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Der Regisseur aus Berlin hat ein Auge für rohe Schönheit, was auf seine jahrelange Arbeit als Graffitikünstler zurückzuführen ist. Während der Nullerjahre ist er Gründer und Creative Director des stets innovativen, unabhängigen Hip Hop Labels Aggro Berlin gewesen und hat für jeden der sorgfältig ausgewählten Künstler den Sound und die Ästhetik geformt. Außerdem hat er seit der Jahrhundertwende bereits bei mehr als 60 Musikvideos Regie geführt; und es ist genau diese Gabe, eine Geschichte mit Bildern zu erzählen, die den Film Welcome to Farewell ausmacht.

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Amuse hat mit Specter über seine Einflüsse, Vision und Designs unserer Ur-Instinkte gesprochen.

Im Film sind die unglaublichsten Orte zu sehen, von Schlössern über Wüsten bis hin zu Städten. Erzähl uns, was deine Ideen bei diesen Kulissen waren.
Eine große Vielfalt war mir bei der Wahl der Locations sehr wichtig; alt und neu, opulent und schlicht, Natur und Beton, Dunkelheit und Licht, kultiviert und rauh. Grenzen spielen dabei keine Rolle. Schönheit ist universell. Ich wusste, was ich zeigen und inszenieren wollte, also ging es nicht nur darum, Kulissen zu suchen, sondern auch darum, Bühnen zu finden, auf denen sich Schönheit entfalten kann. Die Kulissen sollten den Zuschauern zudem Raum zur eigenen Interpretation lassen.

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Warum hast du dich dafür entschieden, den Film größtenteils in schwarzweiß zu drehen?
Der Film ist eine Schwarz-Weiss-Studie, ein klassisches Werk. Schwarz/weiss öffnet den Blick für ästhetische Grundsätzlichkeiten, das funktioniert bei der Akt- und Portrait-Fotografie von Newton oder in einem Film wie Hass” von Kassowitz genauso.

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Was ist die Bedeutung hinter den verschiedenen kulturellen Bezugspunkten und Einflüssen im Film?
In meinem Film gibt es eine gewollte Überfrachtung, die nur funktioniert, wenn Musik, Schrift, Sprache und Bild in Balance bleiben. Das ist auch einer der Gründe, warum ich das Gedicht von Johannes Finke und die Musik von Hell Yes zusammengeführt habe. Überfrachtung bzw. Opulenz bedeutet in dem Fall nichts anderes, als der Versuch, der Schönheit des Realen in all seiner Vielfalt gerecht zu werden. Daher auch die Länge des Films. Tatsächlich verlangt Schönheit nach Qualität, Zeit und Hingabe. Die Farbkleckse zum Schluss symbolisieren das neue/alte Leben in seiner triebhaften Existenz.

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Was hoffst du wird der Film in den Zuschauern auslösen?
Es ist ein Appell ans Unterbewusste, das Archaische wehrt sich gegen den modischen Zeitgeist. Bei diesem Film ging es mir darum, diese weit verbreitete Pseudo-Aufgeklärtheit zu dekonstruieren, die in den meisten Zusammenhängen Emotionen nicht mehr möglich, sogar kaputt macht. Ziel war es, ursprüngliche, vielleicht niedere Instinkte und Reaktionen hervorzurufen, den Moment zu suchen, wenn ein Reflex eine moralische Reaktion hervorruft. Der Film setzt da an, wo Facebook zensiert. Es geht um Kunstfreiheit und die Frage, warum Werbung eigentlich keine Kunst sein kann. Soll man die Brustwarzen blurren oder nicht, das ist hier die Frage…

Erzähl uns etwas über die Hauptthemen des Films.
An Themen wie Sexualisierung, gesellschaftlichen Ängsten, surrealistischen Momenten und Statussymbolen kommt man heutzutage nur schlecht vorbei. Und als Künstler kann ich den Zuschauern immer nur meine Variante der Welt anbieten und die ist in all ihrer Schönheit vielleicht etwas dunkler. Hell Yes.

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Was sagt der Film über das Auto an sich aus?
Das S-Klasse Cabrio ist ein Klassiker der Automobilgeschichte. Eine Marke, die seinesgleichen sucht. Jedes Cabrio aus 130 Jahren Mercedes-Benz Firmengeschichte hätte in den Film gepasst. Und darum ging es ja, ein Empfinden von universeller Schönheit in Einklang mit Ästhetik und Emotion von Zeitgeist zu bringen.

Dieser Inhalt wird von Mercedes-Benz präsentiert und ist eine Produktion von Virtue Worldwide/Amuse

mercedes-benz.com